Heute: 03. Apr., 2025

Privates vom Chefredakteur… Robin Halle

Foto: Albert Gratz
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vor 1 Woche

Taktik oder Geltungsdrang? Ein letztes Mittel um den Sohn umzustimmen oder einfach nur die Unerträglichkeit des Seins einer Lokalzeitung? Robin Halle, seines Zeichens einer der Chefredakteure der Schwäbischen Zeitung präsentiert heute auf Seite drei (Panorama) seinen 16 jährigen Sohn. Bei Bravo hätte man das als Starportrait (am Besten mit Starschnitt) bezeichnet. Tim ist Gymnasiast, also noch, noch weil er nämlich „zurückschießen will, wenn Deutschland angegriffen wird“. Also die Fremdenlegion zahlt übrigens gut und das ist doch schon mal was. Wäre Papa nicht bei der Schwäbischen Zeitung und wäre der Sohnemann nicht ganz so fotogen, wäre das Ganze eher eine Art Familiendrama. Oder vielleicht auch nur ein Sturm im Wasserglas, eine pubertäre Episode. Unsere Redaktionsfrau Amelie Pachulke erinnert sich: „Ich wollte auch mal Filmstar werden!“ Hm – ist sie nicht geworden. Das Foto – halbnackt vor einem aufblasbaren Wasserbecken – wurde auch nicht veröffentlicht.

Tim Halle dagegen mit Pfeil und Bogen schon. Nun muss man so einen Artikel ja gar nicht lesen, wenn man nicht will. Also die Seite 3 der Lokalzeitung kann man natürlich auch überblättern, kurz die Augen schließen und sich sagen – „ich war abgelenkt“. Wenn hier lokale Gitarrenkoryphäen wie (nennen wir ihn einfach) Aja auf Facebook schreiben oder assoziieren so ein Artikel erzeuge Brechreiz, nickt Amelie betroffen zustimmend. Gaspard sieht das nüchterner. Auch ein Chefredakteur ist „nur“ ein Vater. Mütter sind bei Persönlichkeitsrechten von Jugendlichen oder Kindern halt auch ein bisserl empfindlicher. Fragen wie „Muss Chantal-Sophie unbedingt bei Deutschland sucht die Super-Puppe! mitmachen?“ werden von Eltern halt unterschiedlich bewertet.

Wenn sich Amelie Pachulke zum Beispiel morgen dafür entscheiden würde unsere Redaktion zu verlassen und in einer Schweizer Almsennerei als Käserin zu arbeiten – ja wir würden auch einen Sonderartikel verfassen: „Das käst mich voll an!“ – klingt ja auch schon fast so gut wie: 16-Jähriger schockt Eltern mit seinen Plänen: „Wenn Deutschland angriffen wird, dann…“

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