Heute: 29. März, 2025

The Cage – der Käfig 1984 / in Gedenken an Axel Nestle

Marktplatz Biberach 1984 - Standbild aus The Cage
von
vor 5 Tagen

Zwischen 1983 und 1984 drehten vor allem auch auf Initiative von Axel Nestle, Axel, Markus Steffl und Uli Stöckle einen ersten längeren Film. Das völlig unkommerzielle und experimentelle Projekt begann in der Kreisbildstelle Biberach mit dem Ausleihen einer VHS Videokamera und eines Statives. Ein Drehbuch gab es nicht, lediglich eine vage Idee von Axel. Axel Nestle ist leider schon länger verstorben und der Film schien verschollen. Es gab nur eine einzige Kopie und nach seiner Premiere 1984 im Sternchen Kino unter der Begleitung und dem wohlwollenden Adrian Kutter war der Film in den Abgründen eines Archives verschwunden. Tatsächlich war es Ingo Elger der jüngst nachfragte, ob es den Film noch geben könnte und tatsächlich tauchte eine digitale Kopie auf.

Soweit die Erinnerung trägt: Gedreht wurde am Stück und direkt in die Kamera geschnitten, da gab es keinen weiteren Schnitt oder eine Bildkorrektur. Der Film wurde komplett nachvertont, weil sowohl die Original Tonqualität zu schlecht war und – ehrlicherweise völlig unklar war, was da eigentlich geredet wurde. Sprich es gab weder Dramaturgie noch wirklich Inhalt. Klar war nur, dass da ein Detektiv in eine Kleinstadt kommt und eine Person sucht. Die Stadt entpuppt sich als Verschwörungsort der sich gegen den Detektiv wehrt und ihn letztlich umbringt. Das war alles. Mitspieler und Darsteller wurden teilweise „on the fly“ aquiriert – sprich wer dem Team über den Weg lief, durfte „mitspielen“. Gedreht wurde damals unter anderem im Ummendorfer Ried, am Niklassee im Tweety, im „geilen Turm“ – also am Krankenhaus Biberach, im Casa Nuova in der Rissegger Kiesgrube und im ehemaligen Bürgerheim, damals als Meldeamt genutzt. Im Film tauchen einige Nebendarsteller aus wie ein WG Lehrer, Rainer Miller und viele andere. In der Nachsynchronisation wurden manche Stimmen ersetzt, weil die entsprechenden Personen nicht mehr verfügbar waren.

Die Bild- und Tonqualität lassen teils deutlich zu wünschen übrig, sowohl Maschinerie als auch Bandmaterial waren damals allenfalls Semiprofessionell und – natürlich – analog. Genutzt wurde zur Aufnahme eine Bosch/Blaupunkt Ein-Röhrenkamera (Baugleich Panasonic) mit separatem VHS Rekorder. Eine AKAI Viertelspur Bandmaschine diente als Zuspielmaschine bei der Nachsynchronisation. Das Tonstudio befand sich im Fernsehzimmer der Familie Nestle unter dem Dach. Verfügbar war ein kleines Mischpult, ein Mikrofon und das wars letztlich. Format: 4:3 Auflösung 240 Zeilen, so wie das damals eben war.

Laufzeit rund 77 Minuten…

1 Comment

  1. Wunderbares Stück Zeitgeschichte. Bissige Melancholie, die das Zeug für mehr gehabt hat, Klasse Atmosphäre, zu weilen erinnert es an Fargo (die Serie). Schade, dass ihr nicht in die Vollen gegangen seid.

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